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Mehrgenerationenwohnen in der Bundesstadt?
Ist der Name der Rose Amaryllis, eine „falsche,
stark giftige" Pflanze oder eine Fee, die als Auf-
stockerin
auch Schäferin ist, nebenbei eine
Katze hält, und uns als deren Frauchen im pa-
ranormalen Chor vom „Leid der Meisenwaise"
singt?


Nichts von alledem? Wer fragt nach? Satire und
Ohrfeigen? Wie wäre es mit Schuhewerfen?



Loriot über Satire: Am 07.12.2008 gegen 21 Uhr sprach Marianne Koch mit Loriot bei

III nach 9 im Rahmen der Wiederholung einer früheren Sendung, ausgestrahlt auf
1 Festival.

Loriot sagte, „Satire" müsse „destruktiv und zersetzend" sein. Er ging auf „zersetzend"
ein, offenbar war der Begriff wohlüberlegt gewählt und seine frühere Verwendung ihm
wohl bewußt wie auch die Verwendung von
„destruiert". Denn „destruiert" werden könne
nur das, was „nicht in Ordnung" sei.

Loriot wies auf lange Haare, links als politische Richtung und Errorismus mit Anfangs-T
hin; Zustände, wo vieles in Unordnung geraten war und schon damals aus unterschied-
licher Sicht verschiedene Heilsrezepte empfohlen wurden. Welcher Errorismus heutzutage
herrscht, konnte man vor kurzem in Indien beobachten.

Loriot ein früher Revoluzzer? Was nun die wahre Ordnung sei, ließ Loriot offen. Aber hat
er nicht ein wenig Recht?

Zerstört nicht auch der Maler die Bilder, welche seinem strengen Blick nicht standhalten,
der Satiriker seine Manuskripte, wenn sie nicht ausgereift, und selbst der Bäcker seine
Brötchen, wenn sie nicht geraten sind?

Ein Kind auf der Suche nach dem Geheimnis des Antriebs das Innenleben des fernge-
steuerten Feuerwehrwagens? Sind nicht Kinder die wahren, dabei nicht immer zerstö-
rungsfrei auftretenden Materialprüfer? Wie wird irisches Schweinefleisch vernichtet?
Ist das Problem durch Verfütterung an die Bundesbürger im wahrsten Sinne des Wortes
schon „gegessen"? Wünsche Mahlzeit gehabt zu haben!

Ganz offensichtlich sind also Satiren keine Jubelberichte wie bestellte Lobesreden. Kann
oder muß man aber Satire im loriotschen Sinne als Abrißbirne oder Ausdruckstanz sehen?
Wenn man will, geht alles. Aber natürlich kennen wir alle Loriot als glänzenden Unterhal-
ter, der uns das Lachen geschenkt, erhalten oder sogar wiedergebracht hat. Ist es nicht
wunderbar, daß für Lachen 20.000.000 Seiten gegugelt werden können?

Für Weinen werden nur 4.530.000 Seiten gefunden. Kann das wirklich trösten? Der Autor
empfiehlt neben Lachen unbedingt Ahimsa, was aber auch nicht bedeutet, ständig den
Mund geschlossen zu halten oder keine Meinung zu haben. Nehmen wir darauf einen
aus'm Garten? Zurück zu Obamaryllis? Oder weiter mit einer Ohrfeige?

Schockartige Durchblutungsanregung mit gelegentlichem Erleuchtungserlebnis oder Kör-
perverletzung? „Wenn wir von unserem Gegenüber überraschend eine Ohrfeige bekommen,
dann kann man entweder die reaktive Hyperämisierung der getroffenen Wange, die Aus-
schüttung von Histaminen, Kininen und anderen Transmittern und eine Stimulierung von
NociRezeptoren beschreiben, oder man sieht den Schlag ins Gesicht als tiefe seelische
Kränkung. Beide Sichtweisen sind möglich und müssen einander nicht widersprechen."


Es gibt eine köstliche Geschichte um eine Ohrfeige, wie ich einmal in einem Buch über Zen-
Buddhismus las. Dies ist deshalb interessant, weil es in der Geschichte ebenfalls um Lesen
geht, was jetzt schon gesagt werden darf, ohne die Pointe zu verraten. Leider ist mir der
Autor der Erzählung entfallen. Vielleicht war es Suzuki?

Spätabends an der Pforte eines Zen-Klosters begehrt ein Mensch schweigend Einlaß. Dem
zivil gekleideten Obdachsuchenden wird auf sein Klopfen hin das Tor geöffnet, dennoch
der Eintritt verwehrt; schon äußerlich ist er nicht an seiner Kleidung als Mönch zu erkennen.

Wieder klopft der Mensch vergebens. Beim dritten Mal wartet der Wanderer nicht erst auf
die Absage, sondern schlägt dem Mönch die Hand beherzt und kräftig ins Gesicht, der ihn
darauf erfreut hineinbittet. Der
Gast verbeugt sich und sucht schweigsam sein angewiese-
nes N8lager auf.

Am nächsten Morgen fragt der Mönch seinen Gast, ob er nicht wissen wolle, warum ihm Ein-
laß gewährt wurde, was diesen erkennbar nicht zu interessieren scheint. Das Mitteilungsbe-
dürfnis des Mönches nimmt darauf keine Rücksicht, er spricht: „Ich habe gleich erkannt, daß
Ihr ein großer Zen-Meister seid." Der Gast hebt belustigt die Augenbrauen und schaut den
Mönch fragend an.

Der Mönch: „Es war Euer Beharren, Euer Schweigen und dann die Ohrfeige." Er fügt nach
einer kleinen Pause hinzu:
„ich habe viele Bücher über Zen-Buddhismus gelesen."

Erstmals spricht der Reisende, dem Mönch damit ein Koan schenkend: „Auch ich habe viele
solcher Bücher gelesen." Wer danach ins Nirvana oder fort ging ist nicht überliefert. Zurück
zu oder weiter mit Obamaryllis?



 


© Martin C. Altenpohl 2008

 

 

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