BITTE KLICKEN,  MEHR VON DER GEMEIN-NÜTZIGEN WOHNUNGS-ERHALTUNGS-GESELLSCHAFT
tryptichon der elektrokunst
installation der einfalt?
waschküche mit wasser: so soll es sein
wasserdichtes starkstromkabel noch nicht ganz unter wasser
soll das wirklich sein?
zweite überschwemmung in weniger als 24 stunden
sicherung ohne glasschutz - schmorspuren?
offene kabel?
neues aus der provinz - fahrlässige allgemeingefährdung oder normgerecht? mit tryptichon der elektrokunst

ZURÜCK warum überschwemmungen hausgemacht sind und
elektroinstallationen in feuchträumen durchgeführt werden

montags stromkabel installiert, mittwochs schaltkasten fast explodiert

27.06.2005 (montag)

auf veranlassung der stadt werden im ganzen stadtgebiet die oberleitungen entfernt
und durch erdstromkabel ersetzt. soweit so gut und schön. am 27.06. war es soweit.
die zähler unter dem dach wurden abgebaut und im keller in einen schaltkasten
eingebaut. wo? in der waschküche. noch machte ich mir darüber keine gedanken.
die durchfeuchtung der kellermauern, wie bereits gutachterlich festgestellt wurde,
und risse der bodenplatte an diversen stellen, schienen dem nicht entgegen zu stehen.
im gebiet der stadt köln übrigens sind solche anlagen in kellern unzulässig. daß der
alte schaltkasten teilweise mit frei zugängigen stromführenden kabeln zurückgelassen
wurde, unterstreicht die sorgfalt, mit der auch hier vorgegangen wurde.


29.06.2005
abends kehrte ich spät zurück. draußen regnete, blitzte und donnerte es. was mochte
es sein? ein gewitter. kaum war ich in der wohnung, klingelte es. es war kurz vor
mitternacht. ich erwartete so spät keine gäste mehr. es waren die nachbarn. wir fanden
den ganzen keller überflutet. zum glück nur ca. 15-30 cm (je nach lage). wir machten
uns an die arbeit, mit schiebern das wasser in die abläufe zu befördern, denn in den
gängen und kellerräumen blieb das wasser stehen. es musste also bewegt werden.
als ich die waschküche betrat, stockte mir der atem. das wasser stand knapp unterhalb
des starkstromkabels
. was, um gottes willen, hatte die elektriker bzw. auftraggeber
geritten, den schaltkasten mit der längs
seite nach unten einzubauen? denn, soweit
war ich informiert, es gibt schaltkästen, die man um 90° gedreht einbauen kann.
beachten Sie das handtuch!

mit maus über bild für fotomontage


man sieht unterhalb des kastens ein schwarzes dickes kabel: das starkstromkabel,
das wenige cm über bodenabschluß von der gegenüberliegenden seite von oben
nach unten und durch eine bohrung eingeführt wird. die klimatischen verhältnisse
beschleunigten auch für die im keller versammelten mieter den erkenntnisprozeß,
daß es sich bei der montage des schaltkasten um törichtes stückwerk handeln muß.

der gesamte raum war durch die bodenöffnung geflutet, denn das von unten drückende
wasser hatte sich seinen natürlichen weg durch den abfluß nach oben gebahnt. er ist
komplett offen und nicht durch ein rückschlagventil verschließbar. der abgesenkte abfluß
befindet sich am unteren rand dieses bildes raummittig im boden, was auch darauf
schließen läßt, daß dieser raum als feuchtraum gedacht ist. die gelben handschuhe
deuten auch an, daß dieser raum sich wenig für starkstrominstallationen eignet.

ab 43 cm
, vom boden an gemessen, wird der schaltkasten geflutet.
mit maus über bild für wechsel

das kabel selbst sah so aus:

ich fragte mich, was passiert, wenn das wasser höher steigt und in den kasten gelangt?
warum aber, so fragte ich mich auch, musste man den kasten so einbauen? man hätte
ihn ohne weiteres im rechten winkel versetzt anbringen können. damit wäre auch die
starkstromzuführung deutlich höher möglich gewesen.

darum fragte ich den vermieter an, ob er betriebssicherheit garantieren könne.

30.06.2005
schnell tauchten die beiden monteure auf, die ich am montag bereits gesehen hatte und
befanden alles in ordnung. kurz danach, um die mittagszeit, erschienen sie erneut mit
einem mitarbeiter der stadtwerke, als solcher stellte er sich auf mein nachfragen vor.

auch der fand alles wunderbar. auf meine frage, warum man den kasten nicht, um 90°
versetzt, höher angebracht hätte, erfuhr ich, das würde der auftraggeber=vermieter
nicht bezahlen. ich dankte für die ehrliche antwort. dann fragte ich ihn, ob er selbst,
also privat, auch so verfahren würde. darauf erhielt ich ein "ja". ich gestattete mir den
hinweis, daß ich nicht glaubte, daß er das glaube. damit war das gespräch beendet.
aus seinen bemerkungen hätte ich entnehmen müssen, daß er nicht von den stadtwerken
ist, denn die interessieren sich primär nur für das, was vor dem panzerkasten, also dem
direkten anschluß des erdkabels an das haus, passiert. was danach kommt, ist hausbe-
sitzer-, sprich vermietersache.

später traf ich einen mir bekannten elektriker, der lachte und meinte, es sei genau
umgekehrt. der im rechten winkel höher anzubringende schaltkastentyp sei sogar
preiswerter, er habe den katalog vorliegen. er könne nicht nachvollziehen, warum man
die schlechtere wahl getroffen hat.

ein anderer mir bekannter elektriker (mehr kenne ich nicht) sagte beim betrachten der
fotos: "gefährlicher unsinn", womit er die installation in einer waschküche meinte.

am selben tag gegen 20 uhr 15 klingelte erneut der nachbar. ob ich mir den keller mal
anschauen wolle? wir hätten dort wieder wasser. ich staunte. in weniger als 24 stunden?

auf diesem bild sieht man rechts die von der decke geführte schwarze starkstromleitung,
die sinnigerweise nach unten und dort durch die wand zum schaltkasten geführt wird.
ich beschloß, die sache nicht auf sich beruhen zu lassen und empfand die abenteuerliche kabel/schaltkasten/konstruktion mehr als fragwürdig: als lebensgefährlichen unsinn.

vom vermieter erhielt ich per email den hinweis, daß man eine höherverlegung des
kastens ins auge fasse. ANTWORT DES VERMIETERS KLICKEN darüber freute ich mich und antwortete. aber bereits eine
email weiter ANTWORT DES VERMIETERS KLICKEN wurde das schon wieder zurück genommen. verwirrung allerorten.

warum aber war überhaupt diese überschwemmung eingetreten? das haus, in dem ich
wohne, gehört zu einer anlage von "volkswohnungen", die während der nazizeit gebaut
wurden. die zu den häusern gehörigen abwasserleitungen befinden sich unterhalb der
städtischen abwasserrohre und darum müssen die abwässer regelmäßig auf deren
niveau hochgepumpt werden.

dazu gibt es ein sog. "pumpenhäuschen", das am ende eines karrees dieser "volkswoh-
nungen" liegt. nun könnte man meinen, daß die pumpanlage vollautomatisch arbeitet.
weit gefehlt.

um die pumpen in bewegung zu setzen, muß ein schieber manuell betätigt werden. erst
dann geschieht etwas. mit anderen worten: geht niemand in das "pumpenhäuschen" und
führt diese tätigkeit aus, dann staut sich das wasser. das dürfte die erklärung dafür sein,
daß in vielen häusern (wir waren nicht die einzigen) die keller voll liefen.

der "pumpenmanager", ein alter herr, er wohnt unmittelbar an der anlage, wurde durch
krankheit gezwungen, diese tätigkeit, die eine vollzeitbereitschaft einschloß, nicht mehr
auszuüben. daß sie mehr schlecht als recht bezahlt wurde, konnte auch in erfahrung
gebracht werden.

also bestand bedarf nach einem neuen "pumpenmanager". wer ist es? der inhaber eines
garten- und landschaftsbaubetriebs
. wohnt nun der mann auch unmittelbar in der nähe,
um, wie z.b. bei dem starkregen vor wenigen tagen, sofort eingreifen zu können?

nein, sinnigerweise im nachbarort. lag es daran, daß er nicht unmittelbar vor ort war,
als die keller voll liefen? oder hätte es auch damit nicht verhindert werden können?


01.07.2005
auf dem weg zur garage treffe ich einige herren, die sich angeregt vor dem pumpenhaus
unterhalten. ich erfahre, daß sie auch von den überschwemmungen betroffen sind. es sind
noch vier weitere häuser, die erwähnt werden. die herren sind gut informiert, erwähnen
erneut den gärtner als
neuen "pumpenmanager", fragen sich auch, ob er überhaupt der
tätigkeit nachkommt und ob er im bedarfsfall schnell genug erscheint. es herrscht einig-
keit, daß dies wohl die falsche wahl war. als "pumpenmanager" muß jemand eingesetzt
werden, der vor ort ist und nicht im nachbarort. denn die pumpanlage muß mindestens
2-mal täglich
betätigt werden, unabhängig von regen oder trockenheit. dann berichtet
ein anderer, daß im haus gegenüber dem pumpenhaus in der nacht vom 29. auf den 30.
eine komplette tiefgarage geflutet und sieben autos beschädigt wurden. jetzt wird die
sache teuer und die betroffenen mieter wollen schadenersatz. ferner sei bereits ein
im keller eines anderen hauses eingebauter schaltkasten geflutet und unbrauchbar
geworden.
was ich noch befürchtete, ist also bereits eingetreten.

05.07.2005
ein sehr freundlicher herr von den stadtwerken erscheint gegen 11 uhr und schaut sich
mit mir den schaltlkasten in der waschküche an.
der mitarbeiter betont, daß der schalt-
kasten technisch in ordnung sei. allerdings sei darauf zu achten, daß sichergestellt ist,
daß von unten kein wasser in den raum dringen kann. ein sperrventil ist aber
nicht vorhanden.

da die erfahrung der letzten woche lehrt, wie schnell wasser in den keller eindringen kann,
ist sicher handlungsbedarf gegeben.

im übrigen bestätigt der mitarbeiter, daß es schaltkästen gibt, die deutlich höher und
damit breiter anzubringen sind. platz dafür ist vorhanden. die fluthöhe des schaltkastens
würde damit deutlich steigen. sie liegt jetzt bei 43 cm.

wir erörtern die "pumpenhäuschen"problematik, denn es ist nicht sichergestellt, daß im
bedarfsfall jemand schnell genug vor ort ist, um die pumpen zu betätigen. folge wären
voll laufende keller in vielen häusern. bekanntlich liegen ja die abwasserleitungen
dieser häuser unterhalb niveau der städtischen.

als wir den alten schaltkasten oben unter dem dach besichtigen, fallen dem mitarbeiter
offene sicherungen auf, die ohne glasschutz bei berühren sofort stromschlag bewirken
können. das ist sicher technisch nicht in ordnung. mit maus über bild für wechsel

ob die anderen kabel stromführend sind, konnte er nicht sagen. mit dem gesamtzustand
des alten kastens war der mitarbeiter nicht zufrieden. mit maus über bild für wechsel

auf meine frage, wer eigentlich beim letzten mal mit den beiden monteuren (30.06.) von
den stadtwerken da war, bemerkt der mitarbeiter, daß er bereits nachgefragt habe. es sei
kein mitarbeiter der stadtwerke gewesen.
wer hat sich also für einen stadtwerkemitar-
beiter ausgegeben, ohne es zu sein? cui bono? man staunt erneut.


wir fassen zusammen:
montags werden stromkabel verlegt, mittwochs stehen die bereits kurz vor der flutung.
zählerkästen werden in waschküchen eingebaut, deren abflüsse nicht mit rückschlag-
ventilen gesichert sind.
ein pumpenhaus muß manuell bedient werden, obwohl man heutzutage intelligente
schaltungen, relais und computerprogramme für pumpen hat, die z.b. bei einem
bestimmten wasserstand durch fühler automatisch die pumpen aktivieren. der
pumpenbediener wohnt nicht in der nähe, wie dringend erforderlich wäre, sondern
im nachbarort.

ist das alles dilettantismus oder absicht? habe ich schlecht geträumt oder ist alles frei
erfunden? leider nein: so viel u.a., ich zitiere: "gefährlichen unsinn", kann man gar
nicht erfinden, eben realsatire.



AUFWÄRTS

 

 

 

THIS IS THE END